LEINEFORUM


Eine Freilichtbühne in Gestalt eines Amphitheaters. Ein offener, barrierefreier Ort der Begegnung und des Austauschs für alle BürgerInnen. Eine lebendige Wirkungsstätte für Kultur und Politik. Das LEINEFORUM bietet allen Menschen einen niederschwelligen Zugang zur kulturellen und politischen Teilhabe. Es steht dem Niedersächsischen Landtag gegenüber – als basisdemokratische Ergänzung und Ausdruck einer den BürgerInnen verpflichteten politischen Kultur.

Der Standort

Das LEINEFORUM knüpft an den Gedanken der Stadtplanung der 60er Jahre an, ein Regierungsviertel um den Bereich des Friederikenplatzes zu schaffen. Um eine neue Staatskanzlei zu bauen, wurde das vom Bombenkrieg verschonte Friederikenschlösschen Mitte der 60er Jahre abgerissen. Da die Staatskanzlei später allerdings in der Planckstraße ihren Sitz fand, blieb der Bereich des Friederikenschlösschens seitdem unbebaut. Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges ist dieser zusätzliche Verlust historischer Bausubstanz im Zuge der autoritären Stadtplanung der Nachkriegszeit von vielen HannoveranerInnen als besonders schmerzlich und sinnlos empfunden worden.

Der Bau des LEINEFORUMS soll hier einen Beitrag dazu leisten, einen versöhnlichen und sinnstiftenden Umgang mit der radikalen Stadtplanung der Ära Hillebrecht zu finden. An dieser von vielen als Wunde empfundenen Stelle im Stadtbild soll etwas Neues, identitätsstiftendes entstehen. Das LEINEFORUM vollendet die Idee des Regierungsviertels, indem es der wichtigsten Kraft und Grundlage der Demokratie, dem Bürgerwillen, einen würdigen Ort zuweist.

1822
„Friederikenschlösschen“, 1962
Geplante Staatskanzlei, 1962
Planungen für das Regierungsviertel, 1970

Ausführung

In der bereits vorhandenen leichten Senke des Terrains werden Ränge installiert, die sich mit der Umgebung harmonisch verbinden. Die Bühne wird in Form einer Muschel konstruiert, welche den Hohlraum als akustische Verstärkung nutzt. Die Ausrichtung der Bühne ist gen Westen, insbesondere bei abendlichen Veranstaltungen wird das Sonnenlicht optimal genutzt. Das LEINEFORUM kommt gänzlich ohne Nutzung von Elektrizität aus.

Blick auf die Bühne
Blick auf die Ränge

Realisierung und Verwaltung

Das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover sind gleichermaßen an dem Projekt beteiligt. In einem gemeinnützigen Verein „LEINEFORUM e.V.“ werden die nötigen Kompetenzen für Planung, Bau, Instandhaltung und Nutzung gebündelt.

Nutzung

Sofern keine offiziellen Veranstaltungen stattfinden, steht es allen BürgerInnen frei, die Bühne für jegliche künstlerische Darbietungen, Meinungs- und Ideen-Austausch zu nutzen. Die tägliche Nutzung erstreckt sich vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne.

Darüber hinaus strukturiert der Verein LEINEFORUM e.V. feste und wiederkehrende Zeitfenster, in denen die Bühne offiziell genutzt wird. Die Modalitäten zur Bewerbung um Spielzeiten werden vom Verein in enger Abstimmung mit dem Land Niedersachsen und der Stadt Hannover entwickelt. Hierbei soll ein verlässliches, zukunftsweisendes und möglichst nicht korrumpierbares demokratisches Instrumentarium geschaffen werden.

Zusätzliches

Um eine reibungslose Nutzung zu gewährleisten und das LEINEFORUM bestmöglich zu betreiben, ist die Errichtung eines zusätzlichen Wirtschaftsgebäudes mit Kiosk und sanitären Anlagen in Erwägung zu ziehen, etwa in der Nähe des Hannah-Arendt-Weges oder in der Unterführung der Friederiken-Brücke. Insbesondere durch die Fertigstellung der Leine-Welle dürfte hier ohnehin künftig ein Bedarf entstehen, dem durch diese zusätzlichen Anlagen genüge geleistet wird.

Idee und Ansprechpartner

Claudio & Christian Lanz

Freytagstraße 15A

30169 Hannover

0511 80602778

media@claudio_lanz

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Bildquellen:

Lindau, Friedrich: Hannover, Wiederaufbau und Zerstörung (2000)

Landeshauptstadt Hannover (Hrsg.): Zur Diskussion: Innenstadt, Beiträge zum Flächennutzungsplan, Heft 3 (1970)